Les
Cameleons bespielen das Lübecker „Treibsand" an einem Freitag Abend – da
muss man nicht lang überlegen. Ein Auto mit Feierwütigen ist voll
gepackt und wir machen uns auf den gut einstündigen Weg von Kiel in
Richtung Hansestadt.
Nach einer entspannten Fahrt und einem kurzen Spaziergang durch bestes
Schleswig-Holstein Wetter (windiger, eiskalter Sprühregen) kommen wir
gegen 21:30 gut gelaunt an der Walli an. Die Walli ist Lübecks seit über
25 Jahren selbst verwalteter Alternative, mit
Bauwagenplatz, Infoladen, Kneipen und u.a. dem „Treibsand".
Leider haben sich bisher erst gut 40 Leute eingefunden. Als die Mannen
um Sänger Jean Jean gegen 22:30 die Bühne betreten und mit „Welcome" ,
„Le Soleil d'Italie" und „Todos" den Abend eröffnen, sind die
Tanzwütigen noch an einer Hand abzuzählen. Noch ...
Denn je länger das Konzert dauert umso mehr Besucher wagen sich in die
vorderen Reihen um nicht nur mit dem Kopf zu wippen. Der Siebener aus
Nantes tut sein Übriges mit Songs wie „Madre Mia" , „Aqui" oder „Obrero"
vom mittlerweile gar nicht mehr so neuen Album „Joyeux Bordel" (Übersee
Records) treten sie entweder aufs Punkpedal oder laden zum angemessenen
Skanken ein.
Nach weiteren Perlen ihrer vier vorausgegangen Alben wie „Hace Calor",
„Le Mexicain" oder „Independance" entlässt uns die Band vorerst auf ein
paar Atemzüge ohne zugehörige Tanzbewegung, um dann mit einer
fulminanten Zugabe (u.a. „Ciudad de Oro" und das grossartige „La Berlue")
erneut den musikalischen Hammer aufzuhängen und den Abend nach gut
anderthalb Stunden zu beschließen.
Letztendlich haben sich an diesem Abend gut 70 Menschen eingefunden –
eindeutig zu wenige für diese tolle Band!
Also geht hin so lange sie noch in Deutschland unterwegs sind – es lohnt
sich!
Konzertbericht von Jan-Hinnerk
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